Dengue-Fall in Portogruaro

Dengue-Fall in Portogruaro: Sondermaßnahmen gegen Tigermücken beginnen

In Portogruaro wurde bei einem Einwohner eine Dengue-Infektion festgestellt. Die betroffene Person steckte sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde ULSS 4 während eines Aufenthalts im Ausland an. Ein lokal erworbener Fall oder ein Dengue-Ausbruch wurde nicht gemeldet. Trotzdem beginnt ab Donnerstag eine umfangreiche Mückenbekämpfung im Umkreis von 200 Metern rund um den Wohnort.

Infektion wurde im Ausland erworben

Die ULSS 4 Veneto Orientale bestätigte am Mittwoch, 29. Juli 2026, einen sogenannten importierten Dengue-Fall in Portogruaro.

Die betroffene Person lebt in der Gemeinde, hatte sich aber im Ausland infiziert. Damit entstand die Infektion nicht durch einen Mückenstich in Portogruaro.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde befand sich die Person vorsorglich in häuslicher Isolation. Diese endet am 29. Juli, sieben Tage nach Beginn der Symptome. Die Maßnahme folgt einem mit der Region Veneto abgestimmten Gesundheitsprotokoll.

Dengue wird im normalen Alltag nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Tigermücke kann das Virus jedoch aufnehmen, wenn sie während der Virusphase eine infizierte Person sticht. Später kann sie den Erreger durch weitere Stiche übertragen. Das Virus zirkuliert bei einer infizierten Person üblicherweise zwei bis sieben Tage im Blut.

Kein bestätigter lokaler Dengue-Ausbruch

Die wichtigste Nachricht lautet: Die ULSS 4 berichtet derzeit von einem importierten Fall. Die Mitteilung enthält keinen Hinweis darauf, dass sich weitere Menschen in Portogruaro angesteckt haben.

Die Sondermaßnahmen sollen eine mögliche örtliche Übertragung verhindern. Sie bedeuten nicht, dass bereits infizierte Tigermücken entdeckt wurden oder ein lokaler Ausbruch besteht.

Die Region Veneto sieht bei Dengue-Fällen vorsorgliche Untersuchungen und Maßnahmen im Umfeld des Aufenthaltsortes vor. Dazu gehören Kontrollen in einem Radius von 200 Metern sowie die Bekämpfung von Larven und ausgewachsenen Mücken. Vergleichbare Schritte wurden auch bei früheren Fällen im Veneto nach dem regionalen Protokoll eingeleitet.

Behandlungen im Umkreis von 200 Metern

Die ULSS 4 lässt das gesamte Gebiet innerhalb eines Radius von 200 Metern rund um den Wohnort der betroffenen Person behandeln.

Die Einsatzkräfte kennzeichnen den betreffenden Bereich mit Hinweisschildern. Die genaue Adresse wurde in der Pressemitteilung nicht veröffentlicht.

Zum Einsatz kommen zwei unterschiedliche Verfahren:

Larvizide Maßnahmen bekämpfen Mückenlarven in Wasseransammlungen, Abflüssen, Schächten und anderen Brutplätzen.

Adultizide Maßnahmen richten sich gegen bereits ausgewachsene Mücken. Sie erfolgen in den frühen Morgenstunden.

Zusätzlich kontrollieren Mitarbeiter private Grundstücke im betroffenen Bereich. Sie suchen dort nach kleinen Wasseransammlungen, in denen sich Tigermücken vermehren können.

Zeitplan der Mückenbekämpfung

Die außerordentlichen Maßnahmen beginnen am Donnerstag, 30. Juli 2026.

Donnerstag, 30. Juli

Ab 8 Uhr behandeln die Einsatzkräfte bei Bedarf Gräben im betroffenen Gebiet mit einem Mittel gegen Mückenlarven.

Ab 8.30 Uhr beginnt die Larvenbekämpfung auf öffentlichen Flächen und im Rahmen einer Haustüraktion auf privaten Grundstücken.

Nächtliche Behandlungen

Die Bekämpfung ausgewachsener Mücken ist an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils zwischen 3 und 6 Uhr vorgesehen:

  • Donnerstag, 30. Juli 2026
  • Freitag, 31. Juli 2026
  • Samstag, 1. August 2026

Die Arbeiten können so lange fortgesetzt werden, bis alle vorgesehenen Bereiche behandelt sind. Wetter oder andere organisatorische Faktoren können den Ablauf beeinflussen.

Das müssen Anwohner während der Behandlung beachten

Die ULSS 4 bittet alle Bewohner im gekennzeichneten Bereich, während der nächtlichen Behandlungen einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Fenster, Türen und andere Öffnungen sollten geschlossen bleiben, solange die Fahrzeuge zur Mückenbekämpfung vorbeifahren.

Haustiere sollten sich während der Behandlung im Haus aufhalten. Futter- und Wasserschüsseln müssen entfernt oder geschützt werden.

Bewohner sollten draußen aufgehängte Wäsche rechtzeitig hereinholen. Gartenmöbel, Kinderspielzeug und andere Gegenstände im Freien sollten sie nach Möglichkeit abdecken.

Gemüse und Obst vor der Behandlung ernten

Besondere Hinweise gelten für private Gärten und Gemüsebeete.

Die ULSS 4 empfiehlt, reifes Obst und Gemüse vor der Behandlung zu ernten. Wer die Ernte erst nach der Mückenbekämpfung einholt, sollte vor dem Verzehr mindestens 48 bis 72 Stunden warten und die Lebensmittel anschließend gründlich waschen.

Pflanzen und Kulturen sollten nach Möglichkeit abgedeckt werden. Die örtlichen Hinweisschilder und zusätzliche Anweisungen der Einsatzkräfte haben Vorrang.

Kleine Wasseransammlungen reichen als Brutplatz

Die Tigermücke vermehrt sich bevorzugt in kleinen Mengen stehenden Wassers. Dafür reichen bereits Untersetzer, Eimer, Gießkannen, Planen oder offen abgestellte Behälter.

Die ULSS 4 fordert die Bewohner deshalb dazu auf, alle vermeidbaren Wasseransammlungen zu beseitigen. Nicht entleerbare Regentonnen und Wasserbehälter sollten mit engmaschigen Netzen abgedeckt werden.

Private Abflüsse, Gullys und Schächte können mit dafür zugelassenen Larviziden behandelt werden. Auch verstopfte Dachrinnen bieten Mücken geeignete Brutplätze und sollten regelmäßig gereinigt werden.

Das ISS bezeichnet die systematische Beseitigung kleinster Wasseransammlungen als eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Aedes-Mücken. In besonderen Situationen können die Behörden zusätzlich gezielte Mittel gegen ausgewachsene Mücken einsetzen.

Tigermücken sind vor allem tagsüber aktiv

Anders als viele heimische Mückenarten sticht die Tigermücke häufig am Tag. Ihre Aktivität steigt besonders in den Morgenstunden und vor dem Sonnenuntergang. Die Region Veneto empfiehlt deshalb helle, möglichst lange Kleidung sowie geeignete Mückenschutzmittel.

Das ISS rät außerdem zu Fliegengittern an Fenstern und Türen. Repellents sollten nach den Herstellerangaben verwendet werden. Bei Kleinkindern und während einer Schwangerschaft empfiehlt sich vor der Anwendung eine Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Welche Symptome kann Dengue verursachen?

Viele Infektionen verlaufen ohne Beschwerden oder nur leicht. Mögliche Symptome treten häufig einige Tage nach dem Mückenstich auf.

Dazu gehören:

  • hohes Fieber,
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen,
  • Schmerzen hinter den Augen,
  • Muskel- und Gelenkschmerzen,
  • Übelkeit oder Erbrechen,
  • Hautausschlag.

Die meisten Erkrankten erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen. In seltenen Fällen kann Dengue jedoch schwer verlaufen. Starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Blutungen oder ausgeprägte Schwäche benötigen dringend eine ärztliche Abklärung.

Wer nach einer Auslandsreise Fieber oder andere verdächtige Beschwerden entwickelt, sollte einen Arzt kontaktieren und ausdrücklich auf das zuvor besuchte Reiseland hinweisen.

Maßnahmen betreffen nicht Jesolo

Die in der Pressemitteilung angekündigten Behandlungen gelten ausschließlich für den abgegrenzten Bereich in Portogruaro.

Für Jesolo, Cavallino-Treporti oder andere Badeorte an der venezianischen Küste nennt die ULSS 4 keine zusätzlichen Sondermaßnahmen. Der bestätigte Fall liefert daher keinen Grund, Reisen nach Jesolo abzusagen oder den Aufenthalt an der Küste einzuschränken.

Trotzdem bleiben die allgemeinen Schutzmaßnahmen gegen Tigermücken im gesamten Veneto sinnvoll. Das gilt besonders im Hochsommer und nach Regenfällen.

Kontakt für Fragen und Hinweise

Für weitere Informationen hat die ULSS 4 eine Kontaktmöglichkeit beim Servizio di Igiene e Sanità Pubblica – SISP eingerichtet.

Telefon: 0421 228190
E-Mail: sisp@aulss4.veneto.it

Die Telefonnummer ist täglich von 8.30 bis 17 Uhr erreichbar. Am Samstag steht der Dienst von 8.30 bis 12 Uhr zur Verfügung.

Kein Grund zur Panik, aber konsequente Vorsorge

Der bestätigte Fall in Portogruaro wurde im Ausland erworben. Aktuell gibt es keinen gemeldeten Nachweis einer örtlichen Übertragung.

Die umfangreiche Mückenbekämpfung folgt dem Vorsorgeprinzip. Sie soll verhindern, dass heimische Tigermücken das Virus aufnehmen und anschließend an andere Menschen weitergeben.

Entscheidend bleibt die Mitarbeit der Bevölkerung. Wer stehendes Wasser beseitigt, private Abflüsse behandelt und sich vor Stichen schützt, unterstützt die Maßnahmen der Gesundheitsbehörde.

Stand: 29. Juli 2026, 17 Uhr

Quelle dieses Artikels: Offizielle Pressemitteilung der Azienda ULSS 4 Veneto Orientale vom 29. Juli 2026, die dem Jesolo Magazin vorliegt. Die medizinische Einordnung stützt sich ergänzend auf das italienische Gesundheitsinstitut ISS und die Region Veneto.

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