Todesserie in Caorle geht weiter: 87-jähriger Deutscher stirbt nach Notfall im Meer
Die Serie schwerer medizinischer Notfälle an den Stränden von Caorle reißt nicht ab. Am Freitag, 4. September, mussten die Rettungskräfte innerhalb weniger Stunden gleich zweimal am Strand von Ponente ausrücken. Eine 75-jährige Urlauberin aus der Slowakei konnte nach einem schweren Notfall im Wasser stabilisiert und in ein Krankenhaus gebracht werden. Für einen 87-jährigen deutschen Urlauber kam am frühen Abend dagegen jede Hilfe zu spät.
Damit setzt sich eine außergewöhnliche Häufung schwerer Rettungseinsätze fort, die Caorle seit Ende August beschäftigt.
Erster Notfall am Nachmittag
Der erste Alarm ging nach Angaben von Veneto Orientale Informazione kurz vor 15.30 Uhr ein.
Eine 75 Jahre alte Urlauberin aus der Slowakei geriet im Bereich der Rettungsturm-Nummer 38 im Wasser in Schwierigkeiten.
Die Rettungsschwimmer brachten die Frau an Land und übergaben sie den medizinischen Einsatzkräften des Punto di Primo Intervento von Caorle.
Nach den vorliegenden Informationen hatte die Frau eine schwere Atem- beziehungsweise Ertrinkungsproblematik entwickelt. Die Einsatzkräfte begannen mit entsprechenden Reanimations- und Stabilisierungsmaßnahmen.
Auch der Rettungshubschrauber von Treviso Emergenza wurde angefordert.
Die 75-Jährige konnte schließlich stabilisiert werden und wurde in kritischem Zustand beziehungsweise Code Rot in das Krankenhaus von Portogruaro gebracht.
Zweiter Alarm nur wenige Stunden später
Doch der Tag sollte für die Rettungskräfte noch dramatischer werden.
Gegen 18 Uhr kam es zwischen den Rettungstürmen 35 und 36 zu einem weiteren schweren Notfall.
Ein 87 Jahre alter deutscher Urlauber befand sich im Meer, als er plötzlich gesundheitliche Probleme bekam.
Der Mann geriet nach den ersten Berichten in einen Herz-Kreislauf-Stillstand.
Die Rettungsschwimmer brachten ihn umgehend an Land und leiteten Wiederbelebungsmaßnahmen ein.
Erneut wurde der Rettungshubschrauber von Treviso Emergenza nach Caorle geschickt.
Das medizinische Team wurde per Seilwinde direkt am Strand abgesetzt.
Lange Wiederbelebungsversuche – doch ohne Erfolg
Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Punto di Primo Intervento kämpften die Rettungskräfte längere Zeit um das Leben des 87-Jährigen.
Doch trotz aller Maßnahmen gelang es nicht, den Kreislauf des Mannes wieder dauerhaft in Gang zu bringen.
Schließlich konnte nur noch sein Tod festgestellt werden.
Nach den bislang vorliegenden Informationen handelt es sich auch hier um einen plötzlichen medizinischen Notfall im Wasser. Eine endgültige medizinische Todesursache ist bislang nicht veröffentlicht worden.
Vier schwere Notfälle innerhalb von drei Tagen
Besonders auffällig ist die zeitliche Häufung.
Allein am Strand von Ponente mussten die Rettungskräfte innerhalb von drei Tagen vier schwere medizinische Notfälle bewältigen, bei denen jeweils ein Rettungshubschrauber erforderlich war.
Bereits am 2. September war eine ältere Frau nach einem schweren Notfall im Wasser rund eine Stunde lang reanimiert worden. Ihr Herz begann schließlich wieder zu schlagen und sie konnte in ein Krankenhaus geflogen werden.
Nur einen Tag später, am 3. September, starb ein 57-jähriger Urlauber nach einem weiteren schweren medizinischen Notfall am Strand von Ponente.
Und am 4. September folgten nun innerhalb weniger Stunden die beiden neuen Einsätze.
Eine ungewöhnliche Serie seit Ende August
Die aktuelle Entwicklung begann bereits Ende August.
Am 29. August starb ein 78-jähriger Schweizer Urlauber am Strand von Levante nach einem medizinischen Notfall während des Badens.
Am 31. August kam eine 82-jährige Österreicherin aus der Steiermark am Strand von Ponente ums Leben. Sie war am letzten Urlaubstag ins Wasser gegangen und erlitt dort offenbar einen schweren medizinischen Notfall.
In den folgenden Tagen häuften sich die Rettungseinsätze dann in ungewöhnlicher Weise.
Nicht automatisch gefährliche Badebedingungen
Wichtig bleibt bei dieser Serie eine sachliche Einordnung.
Die Vielzahl an Todesfällen und Notfällen bedeutet nicht, dass das Baden in Caorle derzeit grundsätzlich besonders gefährlich wäre.
Bei mehreren der Vorfälle waren die Bedingungen im Meer ruhig. Auch bei früheren Fällen wurde ausdrücklich berichtet, dass weder starker Wellengang noch extreme Hitze eine erkennbare unmittelbare Ursache gewesen seien.
Vielmehr deuten die bislang vorliegenden Informationen in zahlreichen Fällen auf plötzliche medizinische Probleme hin.
Gerade im Wasser kann ein solcher Notfall jedoch binnen Sekunden lebensgefährlich werden. Wer das Bewusstsein verliert oder einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, kann sich auch bei geringer Wassertiefe nicht mehr selbst helfen.
Rettungsschwimmer mehrfach entscheidend
Die aktuellen Ereignisse zeigen zugleich, wie wichtig die Rettungsschwimmer am Strand sind.
Bei mehreren der jüngsten Fälle wurden betroffene Urlauber innerhalb kürzester Zeit aus dem Wasser geholt.
Nicht jeder Einsatz endete tödlich.
Sowohl die Frau vom 2. September als auch die 75-jährige Slowakin vom 4. September konnten nach schweren Notfällen stabilisiert und in ein Krankenhaus gebracht werden.
Das zeigt, dass eine schnelle Rettung, sofortige Wiederbelebung und eine funktionierende Rettungskette entscheidend sein können.
Dramatische Bilanz an der venezianischen Küste
Nach Angaben von Veneto Orientale Informazione stieg die Zahl der Todesfälle entlang des venezianischen Küstenabschnitts bis zum 4. September auf 14 Opfer im Laufe des Sommers.
Solche Zahlen sollten allerdings mit Vorsicht interpretiert werden.
Darin können sehr unterschiedliche Ereignisse enthalten sein: klassische Ertrinkungsunfälle, medizinische Notfälle im Wasser, Todesfälle am Strand und andere Unglücke.
Eine gemeinsame Ursache lässt sich daraus nicht ableiten.
Für die Einsatzkräfte kaum eine Verschnaufpause
Für Rettungsschwimmer, SUEM 118 und die Teams der Rettungshubschrauber waren die vergangenen Tage außergewöhnlich intensiv.
Immer wieder mussten sie innerhalb kurzer Zeit an dieselben Strandabschnitte ausrücken.
Am 4. September lagen zwischen den beiden schweren Einsätzen am Strand von Ponente lediglich wenige Stunden.
Eine 75-jährige Urlauberin konnte gerettet werden.
Für den 87-jährigen Deutschen endete der Urlaub dagegen tragisch.
Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Begleitern.
Stand: 6. September 2026. Die endgültige medizinische Todesursache des 87-Jährigen wurde bislang nicht veröffentlicht.

